Pisang - ngawal - manang

Eine knappe Woche bin ich jetzt auf Trekking und seit der Wanderung nach Pisang auch nördlich der Himalaya Hauptkette, was in der Regel heißt, dass das Klima deutlich trockener ist. Aber auch hier macht sich der zu Ende gehende Monsum noch bemerkbar, der seine Wolken durch das Marsyangdi Tal nach Norden und dann Nordwesten drückt. Auch über die Hauptgipfel, im Bereich zwischen Chame und Pisang dominiert die 7939m hohe Annapurna II die Bergwelt im Süden des Tals, verirrt sich die ein oder andere Wolke. Bislang hat sich der Regen aber auf die Nächte beschränkt.

Kurz nach Chame werden zum ersten Blick auf die nun deutlich näher liegenden Himalaya Gipfel frei, allen voran der Lamjung Himal und die Annapurna II. Die Wanderung führt nun stetig bergauf durch Nadelwälder und vielleicht an der beeindruckendsten Felswand vorbei, die kurz vor Pisang rechterhand liegt. Abends haben wir in Pisang noch das Kloster besucht, was mit Sange, der ja buddhistischer Mönch ist, immer besonders interessant ist. Da dort gerade eine Zeremonie stattfand, habe ich mir das Fotografieren aber verkniffen.

Am nächsten Tag ging es auf einer Alternativroute, die bis auf 4000m führte, weiter in Richtung Manang, während der Hauptweg von einem Anstieg nach Pisang abgesehen, weitgehend im Tal verläuft. Hier war dann auch der erste Anstieg von 3400 auf knapp 4000m dabei, bei dem sich die dünner werdende Luft allmählich bemerkbar machte. Die Schritte werden einfach etwas langsamer. Die auf der Route liegenden Dörfer Ghyaru und Ngawal haben noch viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt und somit ein absolut lohnenswertes Ziel. Der Weg verläuft von Ghyaru hoch über dem Fluss und bietet wunderbare Aussichten auf die Landschaft und die Bergriesen, die aber leider häufig hinter Wolken liegen. Wiederholt sehen wir Geier über unseren Köpfe ihre Kreise ziehen. Auch den seltenen Wiedehopf sehe ich mehrfach. Leider habe ich für beides nicht genug Brennweite dabei.

Nach nur etwa 4 Stunden Wanderung haben wir Ngawal erreicht und übernachten dort. Zwar wäre eine Fortsetzung bis Manang an einem Tag möglich, aber so bleibt Zeit, das Dorf, die vielen Manimauern, die tolle Landschaft und die Bergaussichten vor allen Dingen auf die 7555m hohe Annapurna III zu genießen, zumal man von Ngawal mehr sehen kann, als aus dem Tal.

Gestern ging es dann zunächst steil zurück ins Tal und dann durch eine wunderbare Landschaft aus tollen Felsformationen, pittoresken Dörfern und würzig duftenden Nadelwäldern vorbei am Kloster Braga nach Manang, wo morgen ein Akklimatisierungstag ansteht, bevor es dann in Richtung Tilicho See und Thorung La Pass weiter geht.

Heute ist eigentlich Ruhetag angesagt, was aber nicht heißt, dass man den ganzen Tag die Beine hochlegen kann. Wir sind daher heute Morgen nach dem Frühstück zu einem kleinen Kloster auf 3900m Höhe aufgestiegen und haben dort eine einzige Nonne vorgefunden, die für ihren erkrankten Vater, den Lama des Klosters, dort die Stellung hält und uns für die kommenden Tage in hoher Höhe ihren Segen gegeben hat. Die Frau hatte eine besondere Ausstrahlung, die man vielleicht bekommt, wenn man lange alleine lebt und die Zeit als Eremit verbringt.

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