In der Welt der Großen Sprünge - die Zweite

Nach gut einem Jahr Pause hatte ich nun endlich zum zweiten Mal die Möglichkeit, einen Atlethen aus dem Ashigaru Team vor der Kamera zu haben. In den letzten Wochen habe ich mich auf das Shooting gefreut und überlegt, wo geeignete Locations zu finden sind.

Aus den Erfahrungen mit dem ersten Shooting mit Andy und aus Telefonaten mit André, dem Parkour Sportler, den ich diesmal fotografieren wollte, wusste ich etwas genauer als beim ersten Mal, welche Kriterien eine passende Location erfüllen muss.

Und so haben André und ich die Mehrheit der aktuellen Fotos an einer Wald-Fels-Location bei Angelburg aufgenommen. Wie beim ersten Shooting hat mich die Kombination aus Kraft, Körperbeherrschung, Gleichgewichtssinn und Schnelligkeit auch dieses Mal wieder beeindruckt. Tags zuvor habe ich mir die Location noch einmal angeschaut, auch um zu sehen, wie nass Felsen und Waldboden sind, da es in den zurückliegenden Tagen immer mal wieder geregnet hatte. Natürlich wollte ich auch nochmal auf Nummer sicher gehen und mir den Sonnenstand am späten Nachmittag nochmal genau anschauen, um da am Tag des Shootings möglichst keine Überraschungen zu erleben.

Gesagt getan, habe ich dann morgens alle Akkus geladen und mich nachmittags mit André nahe der Felsgruppe getroffen. Das Licht im Wald war aus mehreren Gründen eine Herausforderung. Durch den tiefen Sonnenstand ergaben sich deutliche Licht-Schatten Unterschiede und hohe Kontraste. Verschärfte wurde das durch meinen Wunsch, die Bewegungen so gut wie möglich einzufrieren, weshalb ich versucht habe, mit Zeiten zwischen 1/500-1/2000s zu blitzen. Beim Aufmacherbild oben kann man sehen warum. Hätte ich mich auf eine 1/250s Blitzsynchronzeit beschränkt, so hätte ich selbst bei einem Blitz mit kurzen Abbrennzeiten mit sichtbaren Unschärfen zu kämpfen gehabt, die das Sonnenlicht verursacht hätte. 1/250s klingt erstmal sehr kurz. Aber bei den Sprüngen bewegt sich ein Parkour-Sportler derart schnell, dass man deutlich kürzere Zeiten benötigt, wenn man scharfe Bilder haben möchte. Eine kurze Zeit im Wald bei flacher Sonne, tiefen Schatten und Gegenlicht heißt dann aber auch, dass man schnell etwas höhere ISO Werte wählen muss. Je nach Lichtsituation an den Felsen waren das bei mir zwischen ISO 200 und ISO 1250.

Und so flog André durch die Lüfte, machte Saltos, landete und beeindruckte mich mit seiner traumwandlerischen Sicherheit, mit der er Aktionen machte, bei denen ich mir alle Knochen brechen würde.  Entgegen meiner Gewohnheiten habe ich diesmal meist mit Weitwinkel fotografiert (AF-S 18-35mm und Samyang 14mm) und dabei stürzende Linien in Kauf genommen. Häufig habe ich die Kamera vorfokussiert, dann auf den Boden gelegt und ausgelöst, ohne dabei durch den Sucher zu schauen um eine möglichst tiefe Position zu haben.

Die Kurzzeitsynchronisation mit dem Elinchrom Skyport HS und dem Elinchrom Ranger (S-Kopf) macht echt Freude und eröffnet fotografische Möglichkeiten, die so ohne Kurzzeitsynchronisation nicht umsetzbar wären. Und dabei funktioniert die Kombination im besten Sinne des Wortes völlig unkompliziert. Zwar war der alte Skyport deutlich kleiner und trug auf dem Blitzschuh der Kamera kaum auf. Display und Steuermöglichkeiten des neuen Senders sind aber deutlich vielfältiger und darüber hinaus läuft der mit normalen Batterien bzw. Akkus, was zwar zum größeren Gewicht und Volumen beiträgt, aber meines Erachtens deutlich praktischer ist. Verglichen zu der Kurzzeitsynchronisation mit Elinchrom Blitz und Pocketwizard Funksender habe ich mit dem Elinchrom Sender, wie im ersten Erfahrungsbericht beschrieben, den Eindruck, dass bei gleicher Blitzleistung etwas mehr Licht auf dem Sensor ankommt, was für ein präziseres oder besser konfigurierbares Timing der Elinchrom Sender spricht. Wobei diese Aussage mit etwas Vorsicht zu genießen ist, denn nicht jede Lichtstimmung (z.B. Sonnenuntergang) hat genauso viel Licht wie die letzte, und so kann es auch sein, dass das relativ diffuse Licht der Abendsonne mit leichten Schleierwolken dazu beigetragen, dass ich den Ranger RX bei weitem nicht bei voller Leistungsstufe betrieben habe, sondern bei Werten zwischen 350-600WS.

Wie immer, wenn etwas Spaß macht und mit neuen Herausforderungen versehen ist, verflog die Zeit an diesem Nachmittag und Abend wie im Flug oder hier besser gesagt Sprung. An dieser Stelle möchte ich André herzlich danken, der mir die Möglichkeit gegeben hat, diese faszinierend Sportart wieder vor meine Kamera zu bekommen.

 

 

Infos über André und seinen Sport findet Ihr unter: www.ashigaru.de

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